Jahrgänge!
Jahrgang 2007
Auch das Jahr 2007 brachte uns einige meteorologische Überraschungen! Nach einem Winter, den man durchaus als sehr mild bezeichnen darf, wurde der Austrieb der Reben zusätzlich durch die ungewöhnliche Wärme der Monate April und Mai beschleunigt. Man kann sagen, dass der Vegetationszyklus der Reben so früh wie noch nie begonnen hat. Durch die danach nicht mehr ganz so hohen Temperaturen wurde die rasante Entwicklung etwas gebremst. Der Druck auf die Rebbauern liess etwas nach, so dass die im Rebberg anfallenden Arbeiten doch noch fristrecht erledigt werden konnten.
Die Verlangsamung der Entwicklung führte auch dazu, dass die Ernte doch nicht wie befürchtet bereits Ende August satt fand, sondern zu einem Zeitpunkt, der für die Qualität der Trauben eher zuträglich war. Tatsächlich bedeutet eine verfrühte Weinlese auch, dass den Trauben durch die zu kurze Reifperiode eine gewisse Feinheit und Eleganz abgeht und dass die Fruchtaromatik nicht optimal entwickelt wird.
Die Weinbauern können mit dem Jahrgang 2007 jedoch absolut zufrieden sein! Die geernteten Trauben waren von hervorragender Qualität. Die kühlen Nächte förderten die Entwicklung der Aromatik, und das trockene Wetter trug dazu bei, den Zucker und die Vorläufer der Tannine, also die Polyphenole, in den Trauben zu konzentrieren.
Wie immer hat auch dieses Glück seine Schattenseite! Es ist war die Menge, welche im letzten Jahr zu wünschen übrig liess. Das nicht sehr erfreuliche Wetter im Juni verhinderte eine optimale Befruchtung und verringerte so die Zahl der ausreifenden Beeren und folglich das Volumen des gekelterten Weines. In der Schweiz wurden vom Jahrgang 2007 gesamthaft ungefähr 1.04 Mio Hektoliter gekeltert, das sind ca. 10% weniger als in einem normalen Jahr.
Jahrgang 2006
Nach einem kalten Winter, einem aussergewöhnlich warmen Juni und einem speziell nassen und kühlen August setzte der wärmste Herbst, der in der Schweiz seit mehr als einem Jahrhundert gemessen worden war, dem Jahr 2006 die Krone auf. Das Wetter hielt die Schweizer Rebbauern wie noch nie zuvor auf Trab. Fäulnis bedrohte die Ernte sowohl in qualitativer Hinsicht als auch mengenmässig. Dabei spielte weder die Region noch die Lage, nicht einmal die mehr oder weniger sorgfältige Pflege der Reben eine entscheidende Rolle. Durch eine äusserst sorgfältige Arbeit bei der Traubenernte konnte die Qualität jedoch gehalten werden, und in allen Schweizer Weinbauregionen werden ausgezeichnete Weine erwartet.
Das ausgezeichnete Verhältnis zwischen Säure- und Zuckergehalt der geernteten Trauben verleiht den Weinen des Jahrgangs 2006 eine angenehme Ausgeglichenheit. Von den Walliser Spezialitäten darf man sich Weine mit gutem Lagerungspotential erhoffen, während die Tessiner Merlots eher durch ihre Eleganz bestechen dürften. Unter den zahlreichen Genfer Spezialitäten wird der Gamaret seinem Ruf gerecht werden, und die Kenner wieder überaus angenehm überraschen.
Das Jahr 2006 wird als Jahr mit kleinen Mengen in Erinnerung bleiben, und – zum ersten Mal seit zwanzig Jahren – könnte die Nachfrage nach Chasselas das Angebot übersteigen!
Jahrgang 2005
Das Jahr war geprägt von einem sehr kalten Winter, während die Temperaturen in den Monaten April bis September über dem Durchschnitt lagen. Die Niederschläge fielen eher spärlich, und das Jahr kann als trocken charakterisiert werden.
Diese meteorologischen Extreme gingen an den Rebstöcken nicht ganz spurlos vorbei. Der sehr kalte und lange Winter hinterliess teilweise markante Frostschäden, vor allem im Wallis. Andererseits verursachte die grosse Sommerhitze kräftige, oft von Hagelschlägen begleitete Gewitter. Obwohl die meisten Regionen ihren Teil davon abbekamen, war es das Lavaux, welches am härtesten getroffen wurde: Am 18. Juli ging ein furchtbares Hagelunwetter über der Region nieder und vernichtete die Arbeit der Winzer fast vollständig.
Bei wunderbarem Herbstwetter konnten gesunde und optimal ausgereifte Trauben geerntet werden. Diese Trauben von höchster Qualität wurden durch die Kunst des Weinkelterns zu ausgezeichneten Weinen verarbeitet. Die Menge lässt mit nur 100 Millionen Liter hingegen zu wünschen übrig. Wer davon profitieren will, sollte sich dessen bewusst sein...
Jahrgang 2004
Der Jahrgang beginnt mit einem eher milden Winter, einem normalen Frühling und einem trockenen und warmen Sommeranfang. Die überdurchschnittlich kalten und feuchten Monate Juli und August wecken bei den Winzern die schlimmsten Befürchtungen. Die Herbstmonate – davon speziell der September – warfen das Ruder herum: Mit warmen, sonnigen und trockenen Tagen schufen sie für die Trauben ideale Reifebedingungen und liessen ein schönes Zucker/Säure Gleichgewicht entstehen. So waren die Voraussetzungen für zarte, elegante und harmonische Weine geschaffen.
Mit ungefähr 116 Millionen Liter Most fiel die Ernte im Jahr 2004 etwas grosszügiger aus als 2003, blieb aber unter dem Zehnjahresdurchschnitt.
Jahrgang 2003
Der Jahrhundert Jahrgang ! Jeder erinnert sich an diesen Hitzesommer, trocken und sonnig, der Himmel fast immer blau. Ein Sommer wie gemacht für Ferien…
Während die Landwirtschaft unter dem Wassermangel gelitten hat, konnte der Weinbau von den fast idealen Bedingungen profitieren. Die Rebe muss sogar etwas leiden, um ihr Bestes zu geben. Die Ernte war früh, sehr früh sogar, denn in einigen Regionen fing die Traubenlese schon Anfang September an. Ein hoher Zuckergehalt, absolut gesundes Traubengut, optimale Reife, was kann man mehr verlangen von einem so idealen Jahrgang? Einzig der etwas geringe Säuregehalt könnte diesen so aussergewöhnlichen Jahrgang etwas vergänglich machen…
Die Ernte 2003 fiel sehr gering aus. Mit nur 97 Millionen Liter deckt sie nicht einmal den Jahreskonsum und liegt fast 20% unter dem Zehnjahresdurchschnitt.